Tagesgeld contra Sparpläne

Wer als Rentner sorgenfrei leben möchte, der muss sich frühzeitig um seine Altersvorsorge kümmern. Es ist inzwischen unbestritten, dass künftige Rentnergenerationen mit der staatlichen Unterstützung allein nicht in der Lage sein werden, ihren gewohnten Lebensstandard zu halten. Eine private Altersvorsorge zusätzlich zum gesetzlichen System ist deshalb unumgänglich. Neben Renten- und Kapitallebensversicherungen bieten sich hier insbesondere Sparpläne an.

Zumeist investiert man im Rahmen von Sparplänen mit kleinen monatlichen Raten in Aktienfonds oder direkt in Aktien. Es liegt auf der Hand, dass hier eher konservative Titel gewählt werden sollten – auch wenn einzelne Kursausschläge auf Sicht von vielen Jahren oder mehreren Jahrzehnten keine besonders wichtige Rolle spielen. Auf jeden Fall gilt es, solche Fonds zu finden, die ein hohes Maß an Sicherheit mit einer guten jährlichen Rendite verbinden. Gut gemanagte Fonds schlagen auf lange Sicht die Indizes wie den DAX in Deutschland oder den Dow Jones in den USA. Ein Restrisiko bleibt allerdings immer bestehen.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob Tagesgeld eine Alternative zu Sparplänen sein kann oder eher eine Ergänzung. Langfristig, so lautet die einhellige Meinung der Anlageexperten, sollte man auf jeden Fall zu einem Teil auf Anlagen am Aktienmarkt und hier besonders auf Fonds setzen. Diese Empfehlung betrifft sehr lange Zeiträume von mehreren Jahren oder einigen Jahrzehnten bis zum Beginn des Rentenalters. Wer hingegen mit einer sehr viel kürzeren Perspektive investiert, der muss wissen: Sparpläne können häufig erst nach Ablauf bestimmter Fristen gekündigt werden. Und unter Umständen ist der Ausstieg nur mit Verlusten möglich. Das ist dann der Fall, wenn zum Zeitpunkt der Kündigung der Wert der Fonds, in die über den Sparplan investiert wurde, stark gesunken ist. All diese Gefahren bestehen bei einer Tagesgeldanlage nicht, denn hier ist das Geld täglich verfügbar. Der Sparer kann ohne Kündigungsfristen und ohne Wartezeit auf sein Guthaben zugreifen.

Fazit: Für kurz- bis mittelfristige Anlagen punktet Tagesgeld gegenüber Sparplänen mit größerer Flexibilität bei gleichzeitig höchster Sicherheit. Wenn es ums Thema Altersvorsorge geht, kann ein Sparplan allerdings eine sinnvolle Ergänzung sein. Das gilt umso mehr, als die monatlichen Beiträge in der Regel automatisch per Lastschrift eingezogen werden. Der Sparer gerät also gar nicht erst in Versuchung, zwischendurch die eine oder andere Rate ausfallen zu lassen. Wer hingegen seinen ganz persönlichen „Sparplan“ einrichtet und monatlich einen bestimmten Betrag zum Vermögensaufbau auf sein Tagesgeldkonto überweist, der braucht dafür schon ein hohes Maß an Disziplin.