Tagesgeld contra Festgeld

Worin der Hauptunterschied zwischen Festgeld und Tagesgeld besteht, macht schon der Name deutlich: Während Sparer auf Tagesgeldanlagen 24 Stunden am Tag zugreifen können, müssen sie sich beim Festgeld für einen bestimmten Zeitraum binden. Das heißt: Für die Dauer der Laufzeit, die zwischen einem Monat und mehreren Jahren betragen kann, steht das investierte Kapital nicht zur Verfügung. Wenn es doch Klauseln für einen vorzeitigen Ausstieg gibt, dann lässt sich diese Option in der Regel nur mit erheblichen Einbußen bei der Rendite oder sogar mit einem realen Verlust ziehen.

Eine Festgeldanlage bietet sich also eigentlich nur dann an, wenn absolut sicher ist, dass das Geld während der Laufzeit nicht benötigt wird. Zudem ist häufig eine Mindestanlagesumme erforderlich. Tagesgeldkonten eignen sich hingegen für jeden Sparer und unabhängig vom Zeithorizont. Ob das Geld für einige Wochen oder langfristig angelegt wird, spielt beim Tagesgeld keine Rolle. Es besteht aber jederzeit die Möglichkeit, auf das eingezahlte Geld zuzugreifen.

Viele Sparer verfügen über eine „eiserne Reserve“ für schlechtere Zeiten oder außerplanmäßige Ausgaben. Würde dieses Geld bei einer Filialbank auf dem Girokonto oder einem Sparbuch liegen, würden die Zinsen im Normalfall nicht einmal den Verlust durch die Inflation ausgleichen. Es ist deshalb sehr sinnvoll, die Ersparnisse als Tagesgeld anzulegen. So kann das Geld Zinsen erwirtschaften und bleibt trotzdem an 365 Tagen im Jahr sofort verfügbar. Eine Festgeldanlage hätte hier im Vergleich eindeutig die schlechteren Karten. Denn bei dieser Anlageform kann der Sparer ja gerade nicht dann an sein Geld, wenn er es braucht – sondern erst dann, wenn die mit der Bank vereinbarte Laufzeit vorüber ist. Akuter Finanzbedarf müsste daher anderweitig gedeckt werden, die für diesen Fall eigentlich gedachte „eiserne Reserve“ müsste ungenutzt bleiben.

Der intensive Wettbewerb im Bereich der Tagesgeldkonten hat zudem dafür geführt, dass die Zinssätze immer attraktiver geworden sind. Je nachdem, bei welcher Bank man sein Geld anlegt und ob man geschickt die Werbeaktionen einzelner Institute nutzt, kann man für Tagesgeld sogar höhere Zinsen einstreichen als für Festgeld. Umso weniger sinnvoll erscheint es, sich mit einer Festgeldanlage ohne Not für Monate oder gar Jahre zu binden.